Kategorien
corona diary

corona diary #10

Die Sonne scheint, aber es ist kalt. Die Laune ist ok. Heute habe ich offiziell, wieder gearbeitet. Aber vom Homeoffice fühlt es sich auch nicht so anders an, als in den vergangenen Tagen. Die täglichen Spaziergänge sind eine schöne Gewohnheit geworden.

In den letzten Tagen kam ich nicht zum Schreiben. Es waren ein paar neue Episoden der 7. Staffel von SUITS auf netflix freigeschaltet worden. Die musste ich schauen. Außerdem hatte ich noch andere abendliche Kommunikation gepflegt.

Nach der Zeitumstellung lag ich eines Tages morgens wach, deutlich bevor es Zeit war aufzustehen. Ich fragte mich, was macht man, was mache ich, wenn Corona meine Eltern, die nicht hier wohnen, erwischen sollte? Kann ich dann hinfahren? Sie sind Risikogruppe. Wann darf man als nicht Infizierte*r die Wohnräume von Infizierten betreten? Welche Vorsichtsmaßnahmen muss man treffen, wenn man beispielsweise die Dokumente von infizierten Angehörigen, die nicht im gleichen Haushalt leben, zusammensuchen muss. Wer begleitet Infizierte gegebenenfalls ins Krankenhaus.

Wie findet mit dem Menschen im Krankenhaus noch Kommunikation statt? Luft und Liebe braucht Mensch zum Leben heißt es immer so schön. Zuwendung ist für den Genesungsprozess auch äußerst wichtig. In unserem Krankenhaussystem können diese Pfleger*innen und Ärzt*innen nicht leisten. Wie kann bei allem gebotenen Infektionsschutz vielleicht über Video-Calls oder doch auch persönliche Anwesenheit Kommunikation mit nahestehenden Menschen sichergestellt werden. „Jeder vermisst seine Freunde, wenn er stirbt.“ schrieb Bronnie Ware. Viele Menschen fürchten sich alleine sterben zu müssen.

Für Menschen, die im Kopf noch recht fit sind, lässt sich vielleicht Begleitung über Video Calls organisieren. Aber auf der Intensiv-Station können Patienten vermutlich auch nicht einfach ihr Handy bedienen. Was passiert mit Menschen, die schon leicht dement sind?

Ließen sich in Kliniken Sterberäume einrichten, in denen sich Angehörige bzw. Nahestehende verabschieden können. Klar hätte dies Härten. Aber auch die italienischen Ärzte berichten, dass für sie mit das Frustrierendste war, zu ertragen, dass die Menschen alleine sterben müssen.

Insofern sollten möglichst bald aus menschlichen Gründen, Wege gefunden werden, wie das Besucherverbot in Krankenhäusern und Altenheimen aufgehoben werden kann. Denn schlimmer als sterben ist einsam sterben.

Wer/was hat mich heute erfreut?

Der digitale Morgenkreis aus dem Kindergarten meines Sohns.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.